So will ich gestalten

Weinheim ist ein lebendiger sozialer Kosmos. Ein Lebens-, Wohn- und Arbeitsraum, der zu unterschiedlichen Perspektiven einlädt. Dabei geht es um gleiche Bildungschancen, einen ausgewogenen Mobilitätsmix, bezahlbaren Wohnraum, klimabewusstes Handeln und nachhaltige Stadtentwicklung. 

 

Aber: Nur im Miteinander gelingt es, verschiedene Interessen in Ausgleich zu bringen. Als Oberbürgermeisterin sehe ich daher meine Aufgabe darin, gegensätzliche Standpunkte zu moderieren, innovative Lösungsansätze zu fördern und Verwaltungshandeln zu erläutern. Dabei setze ich auf fachlich fundierte Entscheidungen, vorausschauende Maßnahmen und politische Verantwortung. Mit neuen Ideen, neuer Willenskraft und neuem Mut.

 

Wichtig ist mir, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Teilhabe Einzelner, wie auch das Gefühl von Sicherheit in Zeiten vielfältiger Umbrüche zu stärken. Ebenso wichtig ist mir die Fortführung der hervorragenden Bildungs- und Integrationsarbeit in Weinheim, die enge Zusammenarbeit mit kulturellen, sozialen und kirchlichen Einrichtungen, die Unterstützung von Kunst und Kultur sowie die Förderung von Sport in allen Formen. Als studierte Biologin lege ich Wert darauf, dem Klimawandel mit seinen Folgen aktiv zu begegnen und die natürlichen Ressourcen zu schonen. Und nicht zuletzt möchte ich Weinheim als attraktiven Wohnort und Wirtschaftsstandort weiter profilieren.

Meine Ziele für Weinheim

Bildung als zentraler Erfolgsfaktor

Weinheim bietet allen hier lebenden Menschen vom Kindesalter bis hin ins Berufsleben optimale Bildungschancen. Diese vielfältige Bildungslandschaft will ich erhalten und weiter ausbauen. Wir schaffen damit nicht nur beste Voraussetzungen für ein erfülltes Leben, sondern reduzieren auch individuelle Armutsrisiken und stärken unseren Standort.

 

Der frühkindliche Spracherwerb ist die zentrale Stellschraube für den schulischen Bildungserfolg. Kindern, die bei der Einschulung bereits gut deutsch sprechen, fällt es wesentlich leichter, die Schriftsprache und andere Lerninhalte zu erlernen. Das ist wichtig für ihre ersten Lernerfahrungen und stärkt ihr Selbstbewusstsein.

 

Die Grundlage für gute Sprachkenntnisse wird im Elternhaus, aber auch in unseren Krippen und Kitas gelegt. Daher will ich in unseren eigenen städtischen Einrichtungen sowie gemeinsam mit externen Trägern beste Bedingungen für eine intensive Sprachförderung und eine ganzheitliche Betreuung unserer Kinder schaffen. 

 

Ein Meilenstein wird der verpflichtende Ausbau der Ganztagesbetreuung an unseren Grundschulen sein, den wir schrittweise umsetzen müssen. Dazu möchte ich die vertrauensvolle Kooperation mit unseren Vereinen und zentralen Bildungspartnern wie der Stadtbibliothek, der Musikschule und de Volkshochschule weiter ausbauen. 

 

Weinheim engagiert sich aktiv beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf. Die bestehenden Angebote wie Job-Central und Ausbildungsmesse will ich weiter stärken. Zudem werde ich eng mit den beruflichen Schulen des Kreises zusammenarbeiten, die dafür sorgen, dass der Fachkräftemangel bei uns in Pflege und Erziehung geringer ausfällt als anderswo. 

Wirtschaft und Stadtentwicklung als Motor

Weinheim ist ein starker Wirtschaftsstandort mit über 21.000 Beschäftigten in Industrie, Dienstleistung, Einzelhandel und Handwerk. Unsere lokale Wirtschaft sorgt für sichere Arbeitsplätze und führt zu stabilen Steuereinnahmen. Daher hat eine aktive Wirtschaftsförderung für mich absolute Priorität.

Ich will mit einer eigenen Wirtschaftsstrategie das Standortprofil von Weinheim weiter schärfen, um Ansiedelungen und Gründungen gezielt zu fördern und ansässige Firmen zu halten. Dabei können wir mit einer guten Verkehrsanbindung, der Bildungslandschaft, dem attraktiven Stadtbild und der hohen Lebensqualität punkten. Und durch unser Ausbildungsbündnis finden Unternehmen leichter junge Fachkräfte.

 

Mein Ziel ist es, innovative Unternehmen aus zukunftsfähigen Branchen wie z.B. der Krebsforschung und der Medizintechnologie für Weinheim zu gewinnen, die vom Verbund der Universitätskliniken in Heidelberg und Mannheim profitieren. 

 

Dafür setze ich auf eine nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung, wie sie bereits im städtebaulichen Rahmenplan verankert ist. Darin sind die Nachverdichtung und Umnutzung bestehender Gewerbegebiete sowie die Erschließung beschlossener Gewerbeflächen konkret beschrieben. Für gesichtslose Logistikhallen an unserer Autobahnzufahrt ist mir Weinheim zu schade.

 

Ich will das Gewerbeflächenmonitoring intensivieren und Eigentümer von Brachflächen gezielt aktivieren. Ich werde mich dafür einsetzen, den teils stockenden Glasfasernetzausbau weiter zu forcieren. Mit digitalen Antragsverfahren bei der Stadt erleichtern wir Unternehmen und Privatleuten die für sie wichtigen Genehmigungsprozesse.

Förderung von Einzelhandel und Tourismus

Weinheim besitzt eine lebendige Innenstadt mit vielen inhabergeführten Geschäften. Mit kulturellen Veranstaltungen und einem breiten gastronomischen Angebot sorgen wir für ein attraktives Einkaufserlebnis und eine hohe Aufenthaltsqualität. Diesen Ansatz will ich gemeinsam mit den starken Partnern der Stadt – IG Marktplatz, Lebendiges Weinheim und Gewerbeverein – ausbauen. 

 

Ich will Kunst- und Kulturschaffenden sowie Vereinen im öffentlichen Raum stadtweit eine Bühne bieten. Leerstände in Ladengeschäften können durch flexible Zwischennutzungen belebt werden. Ein modernes Heimatmuseum kann eine echte neue Attraktion werden.

 

Ich werde für mehr Plakatierungsflächen sorgen, um Veranstaltungen besser zu bewerben. Mein städtebauliches Ziel ist es, die Stadteingänge und Zugänge vom Bahnhof zur Innenstadt attraktiver zu gestalten. Dabei setze ich auf einen ausgewogenen Mobilitätsmix und durchgängige, verkehrssichere Routen für Fuß- und Radverkehr.  

Unsere Ortsteile müssen gestärkt werden. Denn hier führen der Online-Konsum, hohe Mieten und veränderte Lebensgewohnheiten dazu, dass zuvor lebendige Mitten verwaisen. Mit lokalen Initiativen und kreativen Zwischennutzungen sollen neue Orte für Begegnungen entstehen. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit mit den Ortschaftsräten und lokalen Akteuren notwendig.

Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken

Weinheim hat im Laufe der letzten Jahre bewiesen, dass wir Krisen durch starken Zusammenhalt trotzen können. Viele Ehrenamtliche, Vereine und Initiativen, die Kirchen, Feuerwehr, Rettungs- und Hilfskräfte, die sich ohnehin für das Gemeinwohl engagieren, haben in diesen Zeiten besonders kraftvoll mit angepackt. Diese gesellschaftliche Widerstandskraft, diesen Gemeinsinn will ich weiter stärken. 

 

Dafür will ich die bereits bestehende Stelle der/des Ehrenamtsbeauftragten von anderen Aufgaben entlasten, damit sie sich ausschließlich um das Ehrenamt kümmern und eine wichtige Scharnierfunktion in die Stadtgesellschaft übernehmen kann. Dabei geht es um mehr Wertschätzung, um Sichtbarkeit und Vernetzung. Hier ist nach der Rückmeldung von vielen Freiwilligen in den vergangenen Jahren Vertrauen verspielt worden, das wir als Stadt zurückgewinnen müssen.

 

Als Oberbürgermeisterin werde ich mich für eine gerechte und inklusive Stadt einsetzen, in der junge und ältere Menschen gleichermaßen Chancen auf Teilhabe und ein gutes Leben haben. Auch diese Zielgruppen müssen mit ihren Bedürfnissen einen Ansprechpartner im Rathaus haben. Zudem will ich mit einem „Weinheimer Bündnis für ein Zusammenleben in Vielfalt und Respekt“ eine neue Plattform für ein gemeinsames wertebasiertes Selbstverständnis schaffen. 

 

Die emotionale Debatte um die unechte Teilortswahl zeigt, dass auch die Stadt- und Ortsteile mehr individuelle Berücksichtigung verlangen. Daher werde ich dem Gemeinderat vorschlagen, jedem Ortschaftsrat ein begrenztes jährliches Budget zur Förderung von Kultur, Sport und Vereinsleben vor Ort zu bewilligen, das nach gleichen Kriterien zu verwalten ist. 

Leben und Wohnen in Weinheim

Weinheim ist ein attraktiver Wohnort, der überwiegend von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägt ist. Auch bei uns führen die stark gestiegenen Mietpreise dazu, dass Wohnen für viele Familien und Menschen mit niedrigen Einkommen immer mehr zur Existenzfrage wird. Daher müssen wir alle Möglichkeiten der Stadt nutzen, um bezahlbaren Wohnraum zu erhalten und auszubauen. 

 

Dafür will ich die Baugebiete Allmendäcker und das frühere Kreispflege-Areal vollständig belegen, auf denen 140 sozial geförderte Wohnungen entstehen. Ich möchte die Eigentümer der fast tausend leerstehenden Wohnungen durch eine direkte Ansprache der Stadt zu einer Vermietung bewegen. Wichtig sind mir auch ausreichende Angebote an alternativen Wohnformen für ältere Menschen.

 

Für eine weitere Wohnbebauung setze ich auf eine verstärkte Innenverdichtung und punktuelle Erschließungen in unseren Randlagen. Dafür bieten die baurechtlichen Erleichterungen des sogenannten „Bauturbos“ neue Chancen, die ich optimal nutzen will. Für weitere kommunale Bauprojekte setze ich auf eine verstärkte Kooperation mit der Baugenossenschaft Weinheim. 

 

Im öffentlichen Raum schlägt der Puls der Stadt – auf dem Marktplatz ebenso wie in der Fußgängerzone und den Parks. Überall dort, wo Menschen sich treffen, sollte die Umgebung einladend sein, sauber, gerne auch grün und möglichst barrierefrei. Und sie sollte allen Generationen zur Verfügung stehen.